Spezifische Probleme der Saatgutarbeit

Saatgutinitiativen, die ohne Gentechnik arbeiten, sehen sich durch gentechnisch veränderte Pflanzen mit folgenden Problemen konfrontiert:

  1. Große und teilweise irreversible Verluste beim Erhalt, der Weiterentwicklung und der Züchtung von Sorten sind zu befürchten. Gentechnische Verunreinigungen zerstören ein Kulturerbe.
  2. Die von der Europäischen Union postulierte Koexistenz berücksichtigt nicht die besonderen Risiken für die Züchtung und den Erhalt von gentechnikfreien Sorten, die mit der Freisetzung und dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen einhergehen.
  3. Die Informationspflichten und -rechte über Freisetzungsversuche und den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sind für Saatgutinitiativen unzureichend geregelt.
  4. Der freie Austausch von Saatgut wird verhindert. Durch die Notwendigkeit verschärfter Kontrollen und Herkunftsnachweise sind besonders Erhaltungsinitiativen, die auf dem freien Austausch auch kleiner Mengen Saatguts beruhen, bedroht.
  5. Haftungsfragen sind gerade im Bereich der Saatgutarbeit ungeklärt. Für gentechnikfreie Züchtung und Sortenerhalt ist es jedoch erforderlich, erst gar keinen Haftungsschaden entstehen zu lassen.
  6. Erhöhte Kosten für Tests, Schutzmaßnahmen, Planungsaufgaben, gemeinschaftliche Maschinennutzung und Umstellung von Betriebsstrukturen belasten die Budgets der Saatgutunternehmen, verteuern das Saatgut und gefährden die Existenz der Unternehmen. Die Kosten dafür sollten nicht sie, sondern die tatsächlichen VerursacherInnen tragen. Deshalb muss ein umfassendes VerursacherInnenprinzip gelten.
 
 
 
Schöne Neue Gentechnik?!
 
 
 

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Gentechnik ist Teil einer industriellen Landwirtschaft. Gentechnik behindert Vielfalt und gemeinwohlorientierte Saatgutarbeit. Zur Info-Grafik

Webseite zuletzt aktualisiert
am 14 Aug 2019