Zum Start der 13. Biodiversitätskonferenz vom 4. bis 17. Dezember in Mexiko

Forderung nach „Gen-Drive“ Moratorium und wirksamen Maßnahmen gegen unkontrollierte Ausbreitung von GVOs

„Wir begrüßen die Stellungnahme von Frau Dr. Hendricks und fordern die Bundesregierung auf, sich für ein „Gen-Drive“-Moratorium auf der anstehenden Vertragsstaatenkonferenz stark zu machen. Zudem muss sich die Bundesregierung für wirksame Maßnahmen gegen jegliche unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen einsetzen. Dieses Problem erfordert eine wesentlich größere Aufmerksamkeit und ein energisches Handeln,“ so Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.

Zum Hintergrund:
„Gene-Drives“ verändern nicht nur das Erbgut selbst, sondern auch die Häufigkeit der Vererbung. Das Verfahren basiert auf der Anwendung der „DNA-Schere“ CRISPR-Cas. Die Nuklease wird dabei fest im Erbgut verankert. Dadurch vererbt sich der Mechanismus der gentechnischen Veränderung, so dass alle Nachkommen in Bezug auf die gentechnische Veränderung reinerbig sind. Auf diese Weise verbreitet sich diese wesentlich schneller. Das Verfahren soll eingesetzt werden, um auch natürliche Populationen wie Insekten, Unkräuter oder auch wild lebende Säugetiere gentechnisch zu verändern. Geht dabei allerdings etwas schief, drohen schwerwiegende Schäden an den Ökosystemen. Eine wirksame Kontrolle derartiger Freisetzungen gibt es bislang nicht.

In den letzten Jahren wurden bereits mehrere Fälle einer unkontrollierten Ausbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Umwelt dokumentiert: Baumwolle in Mexiko, Raps in Nordamerika, Japan, Australien und der Schweiz sowie Gräser in den USA. Darüber hinaus wurden wiederholt gentechnische Veränderungen in regionalen oder ursprünglichen Sorten gefunden, so zum Beispiel in mexikanischem Mais und in Reis aus China. In der Stellungnahme der Umweltministerin auf ein gemeinsames Schreiben von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft (AbL), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Gen-ethisches Netzwerk (GeN), Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut), Save our Seeds (SOS) und Testbiotech heißt es dazu, dass dieses Thema auf der Konferenz von ihrem Amtskollegen, Bundesminister für Landwirtschaft und Ernährung Christian Schmidt, vertreten werde. Die Bauern-, Umwelt und zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern deswegen ein geschlossenes Auftreten der Bundesregierung mit dem Ziel, wirksame Gegen- und Vorsorgemaßnahmen auf den Weg zu bringen.

» Zur gemeinsamen Pressemitteilung von Abl, IG Saatgut, Save our Seeds und GEN

» Die Antwort von Ministerin Dr. B. Hendricks

» Neuer internationaler Aufruf zum Start der CBD: 160 Organisationen fordern ein Moratorium für Gene Drive

» Mehr Informationen über Gene Drive auf der Seite von SynBioWatch

» Die internationale Tagung zum Schutz der biologischen Vielfalt in Cancun (Mexiko)



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Wie sich Patente auf Pflanzen auswirken …
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Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen:

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Mais

In Chile kontaminiert gentechnisch verändertes Maissaatgut, das für den Export vermehrt wird, konventionelle Maisfelder.

Webseite zuletzt aktualisiert
am 15 Jun 2017