Glyphosat-Entscheidung in der EU

Glyphosat darf weitere 5 Jahre in der EU verwendet werden

Für den Vorschlag stimmten Bulgarien, Deutschland, Dänemark, England, Estland, Finnland, Irland, Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn. Gegen den Vorschlag stimmten 9 Mitgliedsstaaten (Belgien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Malta, Zypern, Österreich). Portugal enthielt sich der Abstimmung.
Bulgarien, Polen und Rumänien, die sich zuvor der Stimme enthielten, weil sie den Verlängerungszeitraum für zu kurz erachteten, änderten nun ihre Position und stimmten für den Vorschlag. Zu einem Eklat geriet die Entscheidung des deutschen Landwirtschaftsministers Christian Schmidt (CSU), der quasi im Alleingang für eine Verlängerung der Glyphosat-Genehmigung um 5 Jahre stimmte. Deutschlands Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) betonte, dass die Entscheidung ohne ihre Zustimmung getroffen wurde.

» Quelle: PAN Germany

» Mehr Informationen: Glyphosat-Dossier von PAN Germany

Vor dem Hintergrund der deutschen „Ja“-Stimme zur Wiederzulassung von Glyphosat hat sich Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), am 28.11.2017 in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Im Brief beschreibt Weiger das Abstimmungsverhalten von Bundesminister Christian Schmidt als einen beispiellosen Vorgang, der nicht nur Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die gesamte SPD, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger vor den Kopf gestoßen habe, die in Deutschland mehrheitlich für ein Verbot des Totalherbizids sind.

Die Wiederzulassung von Glyphosat ist mit der deutschen Entscheidung auf europäischer Ebene endgültig und nicht mehr zu revidieren. Jetzt ginge es um Schadensbegrenzung. Der BUND-Vorsitzende forderte von Bundeskanzlerin Merkel notwendige, nationale Schritte in Form von sofortigen Direktmaßnahmen zu veranlassen, und – dem Beispiel Frankreichs folgend – das Totalherbizid innerhalb von drei Jahren zu verbieten.

Den Brief im Wortlaut findet man unter: BUND: Offener Brief Glyphosat

Zusätzlich zum offenen Brief hat der BUND eine Protestseite ins Leben gerufen, um Angela Merkel aufzufordern, umgehend eine nationale Lösung für das Verbot von Glyphosat zu finden.



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am 08 Dec 2017