Aktuelle Saatgutauswertung: Zwei Partien mit Gentechnik verunreinigt

Greenpeace, IG Saatgut und Bioland fordern Saatgut ohne Gentechnik – Nulltoleranz gilt auch für neue Verfahren

„Staatliche Kontrollen sind unerlässlich, um sauberes Saatgut für die Landwirte zu gewährleisten“, sagt Jan Plagge, Präsident Bioland e.V. „Die Nulltoleranz für Gentechnik im Saatgut muss daher fortgeführt werden. Sie ist für eine gentechnikfreie und nachhaltige Landwirtschaft existentiell. Gleichzeitig sollte das Saatgut, vor allem von Risikokulturen wie Raps, Mais und Soja, häufiger kontrolliert werden.“

„Die Saatgutauswertung ist eine unerlässliche Maßnahme zum Schutz vor Gentechnik“, so Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace. „Agro-Gentechnik bleibt eine Risikotechnologie, die sich nicht an Ackergrenzen hält. Das belegen die zahlreichen Fälle kontaminierter, eigentlich gentechnikfreier Produkte. Zudem bringt Gentechnik nicht weniger, sondern mehr Agrargifte auf die Felder und gefährdet damit die Artenvielfalt. Die Versprechen der Biotech-Industrie, nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft zu liefern, sind die gleichen wie vor 30 Jahren und genau wie damals auch jetzt kaum erfüllbar. Agrarökologische Methoden sind der Gentechnik weit überlegen.“

Das Urteil des Europäischen Gerichthofs (EuGH) im Juli, dass neue Verfahren wie CRISPR/Cas9 unter dem europäischen Gentechnikrecht zu regulieren sind, hat ein Zeichen zum Schutz von Verbrauchern und Landwirten gesetzt. „Die Bio-Entwicklung wäre bei einem anderen Urteil des EuGH massiv erschwert worden und die gesamte Entwicklung von gentechnikfreier Landwirtschaft gefährdet gewesen“, erklärt Plagge.

„Der Europäische Gerichtshof hat klargestellt, dass auch Organismen, die mit neuen gentechnischen Verfahren hergestellt wurden, ein Zulassungsverfahren mit Risikobewertung durchlaufen müssen“, sagt Stefanie Hundsdorfer von der Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut). „Damit gilt auch bei der neuen Gentechnik die Nulltoleranz, wenn Saatgut mit nicht zugelassenen Organismen verunreinigt ist. Die Bundesregierung muss das EuGH-Urteil nun umsetzen. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen auf EU- und Bundesländerebene muss sie dafür sorgen, dass Verfahren zum Nachweis der Anwendung neuer Gentechnik-Verfahren entwickelt werden. Zudem muss sie die Einfuhr von nicht zugelassenen neuen gentechnisch veränderten Organismen aus Nicht-EU-Staaten verhindern. Nur so wird die Freiheit aufrechterhalten, gentechnikfrei zu produzieren und gentechnikfreie Lebensmittel wählen zu können.“

Bei weiterführenden Fragen sind folgende Ansprechpartner für Sie da: Dirk Zimmermann, Greenpeace, Tel. 0160 581 4942, Gerald Wehde, Bioland, Tel. 06131 23979 20 und Stefanie Hundsdorfer, IG Saatgut, Tel. 01577 178 00 98



«   zurück zur Übersicht



 
 
Kein Patent auf Leben - Studie /klein
 

Wie sich Patente auf Pflanzen auswirken …
Informationen zur Studie

Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen:

Mangold

Mangold

Durch Gentech-Zuckerrüben direkt bedroht, da er vom Wind bestäubt wird und sie sich kreuzen können.

Webseite zuletzt aktualisiert
am