Saatgut bildet die Grundlage unserer Landwirtschaft und Ernährung. Eine gentechnikfreie Landwirtschaft braucht gentechnikfreies Saatgut.

Die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) hat sich zum Ziel gesetzt, Saatgut ohne Gentechnik heute und in Zukunft zu sichern.

 

Informationen

IG Saatgut: Besser kein Gesetz, als ein schlechtes

Neues Gentechnikgesetz zu Anbauverboten im Bundestag gescheitert

Am 18. Mai 2017 sind die Verhandlungen zwischen der Unionsfraktion und der SPD-Fraktion im Bundestag zur Neufassung des Gentechnikgesetzes gescheitert.

Anfang Oktober 2016 hatte Bundesagrarminister Schmidt einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bundesweite Gentechnik-Anbauverbote durch komplizierte Regelungen unmöglich machte und die Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen verletzte. Zudem ermöglichte der Entwurf nationale Alleingänge bei der Zulassung neuer gentechnischer Verfahren noch vor einer anstehenden EU-Entscheidung und hob dabei das von der Biotech-Industrie ins Spiel gebrachte Innovationsprinzip auf eine Stufe mit dem Vorsorgeprinzip.

In den letzten Wochen war es im Bundestag nicht gelungen, die schweren Mängel des Entwurfs zu korrigieren. Daher ist es aus Sicht der IG Saatgut richtig, besser kein Gesetz zu erlassen, als ein schlechtes Gesetz. Nun ist die nächste Bundesregierung in der Verantwortung, EU-Recht umzusetzen und für bundesweite, rechtssichere Anbauverbote zu sorgen.

» Zur Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

»   Stellungnahme zum Gesetzentwurf von IG Saatgut, AbL, BUND, Bioland, demeter, Save our Seeds, GeN und Aurelia-Stiftung an den Agrarausschuss des Bundestags, Dezember 2016

Pressemitteilung von AbL und IG Saatgut

Neue Gentechnik-Verfahren als Gentechnik regulieren

“Während im Bundeslandwirtschaftsministerium zum scheinbaren Dialog über die neuen Gentechniken eingeladen wird, sorgt Bundesforschungsministerin Wanka zeitgleich schon mal für Fakten und will 6 Millionen Euro Forschungsgelder in die Entwicklung von CRISPR-Pflanzen stecken. Das lehnen AbL und IG-Saatgut entschieden ab. “Die Pro-Gentechnik-Doppelstrategie der Bundesregierung ist offensichtlich”, so Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Volling weiter: „Wenn die Bundesregierung es mit ihrem „offenen Dialog“ ernst meint, muss sie den umstrittenen Absatz, der bei der aktuellen Änderung des Gentechnikgesetzes kurzfristig in den Begründungsteil aufgenommen wurde, streichen. Diese Begründung bedeutet die politische Türöffnung für die neuen Gentechnik-Verfahren. Mit dem Absatz würde dem in Europa geltenden Vorsorgeprinzip ein von Industrieinteressen geprägtes Innovationsprinzip an die Seite gestellt und so das Vorsorgeprinzip abgeschwächt. Das würde einen Paradigmenwechsel einleiten, ohne das Ergebnis des Dialoges abzuwarten. Die Verfahren sind so neu, dass sie in jedem Fall einer Risikoprüfung unterliegen müssen, um überhaupt seriös bewertet werden zu können. Wir fordern, dass Bundesforschungsministerin Wanka die 6 Millionen Euro statt in die Produktentwicklung in eine echte Risikoforschung der neuen Verfahren steckt.“

»   Lesen Sie mehr ...


Ohne Zulassung auf dem Markt

Gentechnisch veränderte Petunien in Finnland entdeckt

Laut Mitteilung der Finnischen Behörde für Lebensmittelsicherheit Evira wurden in Finnland gen­technisch veränderte Petunien entdeckt, die aus Stecklingen bzw. Saatgut aus Deutschland hervor­gingen – als Quelle werden Firmen in Nordrhein-Westfalen vermutet – und für die es keine Zulas­sung für den Anbau oder die Vermarktung gibt.
Der BUND Nordrhein-Westfalen (NRW) begrüßt es, dass auf Anordnung des NRW-Umweltministeriums als Sofortmaßnah­me an mehreren Firmenstandorten in NRW Pflanzenproben genommen wurden, die derzeit unter­sucht werden. Es müsse alles getan werden, um eine weitere Verbreitung des illegalen Saatguts zu unterbinden.

»   Lesen Sie mehr ...


Europäisches Patentamt trifft sich mit Industrie wegen Patenten auf Saatgut

Ausschuss Patentrecht diskutiert über Verbot der Patentierung konventioneller Züchtung von Pflanzen

Morgen, am 27. April 2017, trifft sich der Ausschuss Patentrecht des Europäischen Patentamtes (EPA) in München, um darüber zu beraten, wie Patente auf die konventionelle Züchtung von Pflanzen und Tieren in Zukunft verhindert werden können. Das Treffen ist eine Reaktion auf eine Stellungnahme der EU-Kommission, nach der Patente lediglich auf gentechnische Veränderungen nicht aber auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere erteilt werden dürfen. Diese Stellungnahme wird auch von den EU-Mitgliedsländern unterstützt, die eine Mehrheit unter den 38 Vertragsstaaten des EPA haben. Nachdem das EPA in den letzten Jahren bereits rund 200 Patente erteilt hat, die die konventionelle Züchtung von Pflanzen betreffen, muss diese Rechtspraxis jetzt geändert werden. Ob es jedoch zu ausreichenden Veränderungen kommen wird, muss bezweifelt werden. Ein Grund: Am Treffen des Ausschusses nehmen auch die Industrie und die Lobbyorganisation der Patentanwälte teil, die Öffentlichkeit bleibt aber ausgeschlossen.

»   Lesen Sie mehr ...


ZKBS und BVL unterlaufen Verfahren am Europäischen Gerichtshof

Gremium erklärt: neue Gentechnikverfahren sind keine Gentechnik

Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) hat auf ihrer Sitzung am 7. März über Pflanzen beraten, die mit neuen Gentechnikverfahren unter Verwendung der ‘Gen-Schere’ CRISPR-Cas verändert wurden. Die Anträge wurden auf Anfrage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bearbeitet. Dabei kommt die ZKBS zu dem Ergebnis, dass diese Pflanzen nicht in jedem Falle dem Gentechnikgesetz unterliegen.

Dies steht im Widerspruch zur Einschätzung anderer Experten, die feststellen, dass entsprechende Verfahren grundsätzlich einer Risikoprüfung unterzogen werden müssen. Zugleich unterläuft die Anfrage bei der ZKBS ein beim Europäischen Gerichtshof anhängiges Verfahren, das sich grundsätzlich mit der Frage befasst, wie derartige Pflanzen im Hinblick auf das geltende Recht zu bewerten sind. Testbiotech und andere Organisationen befürchten, dass BVL und ZKBS am Gericht vorbei Fakten schaffen. Das BVL entscheidet auch über Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Schließt sich die Behörde dem Votum der ZKBS an, können die Pflanzen ohne weitere Sicherheitsprüfung freigesetzt werden. Das BVL und die ZKBS halten es bisher geheim, um welche Pflanzenart es sich handelt und zu welchem Zweck diese verändert wurde.

»   Lesen Sie mehr ...


Gentechnikfreie Saatgutarbeit dauerhaft sichern

Saatgut sichern - Schwellenwerte verhindern

Versteckte Gentechnik im Saatgut?

Industrievertreter fordern seit langem, dass in der EU die Kennzeichnung für zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Saatgut aufgeweicht und das absolute Verbot nicht-zugelassener GVO im Saatgut aufgehoben werden. In der Vergangenheit scheiterten Pläne der EU-Kommission, diese Industriewünsche zu erfüllen. Wagt sie einen neuen Anlauf? Ein Bericht der IG Saatgut zu den Folgen zeigt, wie wichtig Widerstand gegen diese Pläne ist.

»   Lesen Sie mehr ...

»   Saatgut sichern - Schwellenwerte verhindern (aktualisierte Zusammenfassung auf Deutsch)
»   Protecting Seed against GM Contamination (updated executive summary, 2016)


Aktuelle Meldungen finden Sie unter: Informationsdienst Gentechnik

 
 
 
Kein Patent auf Leben - Studie /klein
 

Wie sich Patente auf Pflanzen auswirken …
Informationen zur Studie

Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen:

Radieschen

Radieschen

Gentech-Raps kann über verwandte Arten, wie Hederich, in Radieschen einkreuzen.

Webseite zuletzt aktualisiert
am 21 May 2017