Saatgut bildet die Grundlage unserer Landwirtschaft und Ernährung. Eine gentechnikfreie Landwirtschaft braucht gentechnikfreies Saatgut.

Die Interessengemeinschaft für gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) hat sich zum Ziel gesetzt, Saatgut ohne Gentechnik heute und in Zukunft zu sichern.

 

Informationen

Keine Lösung bei Patenten auf Pflanzen und Tiere

Trotz Verschärfung der Verbote: Konventionelle Züchtung wird auch in Zukunft patentiert

Die 38 Vertragsstaaten des Europäischen Patentamts (EPA) haben bei ihrer Sitzung in Den Haag am 29. Juni beschlossen, die Patentverbote im Bereich der Pflanzen- und Tierzucht zu verschärfen. Gleichzeitig wurden aber neue Schlupflöcher geschaffen, um die Verbote zu umgehen. So sollen auch zufällige Veränderungen des Erbguts patentierbar sein. Das EPA kann schon ab Juli wieder Patente auf herkömmliche Pflanzen und Tiere erteilen. Schon im Mai hatte das EPA Patentanmelder darüber informiert, dass mehrere Patente auf Pflanzen mit zufälligen Mutationen demnächst erteilt werden sollen. Die politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen werden also weitergehen.

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IG Saatgut: Besser kein Gesetz, als ein schlechtes

Neues Gentechnikgesetz zu Anbauverboten im Bundestag gescheitert

Am 18. Mai 2017 sind die Verhandlungen zwischen der Unionsfraktion und der SPD-Fraktion im Bundestag zur Neufassung des Gentechnikgesetzes gescheitert.

Anfang Oktober 2016 hatte Bundesagrarminister Schmidt einen Gesetzentwurf vorgelegt, der bundesweite Gentechnik-Anbauverbote durch komplizierte Regelungen unmöglich machte und die Nulltoleranz für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen verletzte. Zudem ermöglichte der Entwurf nationale Alleingänge bei der Zulassung neuer gentechnischer Verfahren noch vor einer anstehenden EU-Entscheidung und hob dabei das von der Biotech-Industrie ins Spiel gebrachte Innovationsprinzip auf eine Stufe mit dem Vorsorgeprinzip.

In den letzten Wochen war es im Bundestag nicht gelungen, die schweren Mängel des Entwurfs zu korrigieren. Daher ist es aus Sicht der IG Saatgut richtig, besser kein Gesetz zu erlassen, als ein schlechtes Gesetz. Nun ist die nächste Bundesregierung in der Verantwortung, EU-Recht umzusetzen und für bundesweite, rechtssichere Anbauverbote zu sorgen.

»   Zur Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft

»   Stellungnahme zum Gesetzentwurf von IG Saatgut, AbL, BUND, Bioland, demeter, Save our Seeds, GeN und Aurelia-Stiftung an den Agrarausschuss des Bundestags, Dezember 2016


Ohne Zulassung auf dem Markt

Gentechnisch veränderte Petunien auch in Deutschland

Im April 2017 hat die finnische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Evira) gentechnische Veränderungen in orangeblühenden Petunien verschiedener Handelsnamen nachgewiesen (siehe auch Fachmeldung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vom 04.05.2017). Die Überwachungsbehörden einiger Bundesländer haben Probenahmen in mehreren deutschen Betrieben entlang der Erzeugerkette angeordnet. In Laboruntersuchungen (PCR-Analysen) wurde geprüft, ob gentechnisch veränderte DNA-Abschnitte in den Proben nachweisbar sind. Die deutschen Länderbehörden stellten mittlerweile gentechnische Veränderungen in 6 der in Finnland identifizierten Petunien sowie in weiteren 20 Petunien mit anderen Handels- bzw. Züchternamen fest. Die betroffenen Betriebe (Händler, Vermehrungsbetriebe oder Züchter) in Deutschland, die diese Petunien in ihrem Sortiment haben, sind angewiesen worden, die Pflanzen aus dem Verkehr zu nehmen und zu vernichten. Sie haben ihre Lieferanten und Abnehmer über die Befunde informiert.

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Pressemitteilung von AbL und IG Saatgut

Neue Gentechnik-Verfahren als Gentechnik regulieren

“Während im Bundeslandwirtschaftsministerium zum scheinbaren Dialog über die neuen Gentechniken eingeladen wird, sorgt Bundesforschungsministerin Wanka zeitgleich schon mal für Fakten und will 6 Millionen Euro Forschungsgelder in die Entwicklung von CRISPR-Pflanzen stecken. Das lehnen AbL und IG-Saatgut entschieden ab. “Die Pro-Gentechnik-Doppelstrategie der Bundesregierung ist offensichtlich”, so Annemarie Volling, Gentechnik-Expertin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Volling weiter: „Wenn die Bundesregierung es mit ihrem „offenen Dialog“ ernst meint, muss sie den umstrittenen Absatz, der bei der aktuellen Änderung des Gentechnikgesetzes kurzfristig in den Begründungsteil aufgenommen wurde, streichen. Diese Begründung bedeutet die politische Türöffnung für die neuen Gentechnik-Verfahren. Mit dem Absatz würde dem in Europa geltenden Vorsorgeprinzip ein von Industrieinteressen geprägtes Innovationsprinzip an die Seite gestellt und so das Vorsorgeprinzip abgeschwächt. Das würde einen Paradigmenwechsel einleiten, ohne das Ergebnis des Dialoges abzuwarten. Die Verfahren sind so neu, dass sie in jedem Fall einer Risikoprüfung unterliegen müssen, um überhaupt seriös bewertet werden zu können. Wir fordern, dass Bundesforschungsministerin Wanka die 6 Millionen Euro statt in die Produktentwicklung in eine echte Risikoforschung der neuen Verfahren steckt.“

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ZKBS und BVL unterlaufen Verfahren am Europäischen Gerichtshof

Gremium erklärt: neue Gentechnikverfahren sind keine Gentechnik

Die Zentrale Kommission für die Biologische Sicherheit (ZKBS) hat auf ihrer Sitzung am 7. März über Pflanzen beraten, die mit neuen Gentechnikverfahren unter Verwendung der ‘Gen-Schere’ CRISPR-Cas verändert wurden. Die Anträge wurden auf Anfrage des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bearbeitet. Dabei kommt die ZKBS zu dem Ergebnis, dass diese Pflanzen nicht in jedem Falle dem Gentechnikgesetz unterliegen.

Dies steht im Widerspruch zur Einschätzung anderer Experten, die feststellen, dass entsprechende Verfahren grundsätzlich einer Risikoprüfung unterzogen werden müssen. Zugleich unterläuft die Anfrage bei der ZKBS ein beim Europäischen Gerichtshof anhängiges Verfahren, das sich grundsätzlich mit der Frage befasst, wie derartige Pflanzen im Hinblick auf das geltende Recht zu bewerten sind. Testbiotech und andere Organisationen befürchten, dass BVL und ZKBS am Gericht vorbei Fakten schaffen. Das BVL entscheidet auch über Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Schließt sich die Behörde dem Votum der ZKBS an, können die Pflanzen ohne weitere Sicherheitsprüfung freigesetzt werden. Das BVL und die ZKBS halten es bisher geheim, um welche Pflanzenart es sich handelt und zu welchem Zweck diese verändert wurde.

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Gentechnikfreie Saatgutarbeit dauerhaft sichern

Saatgut sichern - Schwellenwerte verhindern

Versteckte Gentechnik im Saatgut?

Industrievertreter fordern seit langem, dass in der EU die Kennzeichnung für zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) im Saatgut aufgeweicht und das absolute Verbot nicht-zugelassener GVO im Saatgut aufgehoben werden. In der Vergangenheit scheiterten Pläne der EU-Kommission, diese Industriewünsche zu erfüllen. Wagt sie einen neuen Anlauf? Ein Bericht der IG Saatgut zu den Folgen zeigt, wie wichtig Widerstand gegen diese Pläne ist.

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»   Saatgut sichern - Schwellenwerte verhindern (aktualisierte Zusammenfassung auf Deutsch)

»   Protecting Seed against GM Contamination (updated executive summary, 2016)



Aktuelle Meldungen finden Sie unter: Informationsdienst Gentechnik

 
 
 
Kein Patent auf Leben - Studie /klein
 

Wie sich Patente auf Pflanzen auswirken …
Informationen zur Studie

Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen:

Paprika

Paprika

Versuche mit Gentech-Paprika sind aus den USA und China bekannt.

Webseite zuletzt aktualisiert
am 16 Aug 2017