Econexus

Genetic Engineering in Plants and the "New Breeding Techniques"

Während die Möglichkeit von ungewollten Erbgutveränderungen auch bei der „klassischen“ Gentechnik besteht, identifiziert Steinbrecher bei den neuen Techniken auch neue Risiken. Ein Beispiel: Bei der „RNA-abhängigen DNA-Methylierung“ (RaDM) wird die DNA nicht direkt verändert, sondern durch Hinzufügen von Methylgruppen werden einzelne Gene abgeschaltet. Die RNA kann per Fremdgen, per Virusinfektion oder als Spray eingebracht werden. Die so erzielten neuen Eigenschaften sind dann zwar nicht unbedingt von Dauer, trotzdem aber über mehrere Pflanzengenerationen vererbbar. Wann und wie sie wieder verschwinden, sei bislang nicht vollständig bekannt, so Steinbrecher.
Doch weil neben den Zielgenen auch andere Abschnitte des Erbguts stillgelegt werden können, könne es zu unerwarteten Effekten kommen, z. B. eine veränderte Nährstoffzusammensetzung oder die Produktion von toxischen Substanzen. Wenn doppelsträngige RNA eingeführt wird, wie beispielsweise bei den Sprays, an denen u. a. Monsanto derzeit arbeitet, könnten zudem deren Moleküle in die Nahrungskette gelangen. Welche Auswirkungen dies auf Tiere oder Menschen haben kann, die diese Pflanzen verzehren, ist noch völlig unerforscht.
Weitreichende ökologische oder gesundheitliche Konsequenzen seien möglich, warnt Steinbrecher, weshalb die neuen Verfahren und die daraus resultierenden Produkte unbedingt einer umfassenden Risikobewertung unterzogen werden müssten.

» Hier gibt es das Papier von Dr. Ricarda Steinbrecher in deutscher Übersetzung.

» Sehr lesenswert ist auch ein Artikel im ECOLOGIST (von Janet Cotter und Ricarda Steinbrecher), der ebenfalls auf das Risikopotenzial der neuen Verfahren eingeht: GM 2.0? ‘Gene-editing’ produces GMOs that must be regulated as GMOs



«   zurück zur Übersicht



 
 
Kein Patent auf Leben - Studie /klein
 

Wie sich Patente auf Pflanzen auswirken …
Informationen zur Studie

Durch GVO bereits bedrohte Kulturpflanzen:

Radieschen

Radieschen

Gentech-Raps kann über verwandte Arten, wie Hederich, in Radieschen einkreuzen.

Webseite zuletzt aktualisiert
am 28 Oct 2017